Idee
Im Berggebiet um Elm im Kanton Glarus gibt es neben einer Vielzahl von Wasserkraftwerken
ein umfangreiches Beschneiungssystem für Skipisten. Derzeit
müsste das Wasser zum Betrieb der Beschneiungsanlagen der höchstgelegenen
Skipiste „Pleus“ rund 600 m nach oben gepumpt werden, obwohl sich in unmittelbarer
Nähe zur Bergstation der Chüebodensee (2046 m.ü.M.) befindet. Dieser ist
heute energetisch ungenutzt, speichert aber entsprechende potentielle Energie,
um einerseits die Beschneiung im Winter kostengünstiger zu betreiben und andererseits
zusätzlich Strom durch ein Kleinwasserkraftwerk zu produzieren.
Das Wasser müsste für eine Mehrzwecknutzung lediglich ca. 60 m vom See aus
nach oben auf den Bergkamm gepumpt werden. Danach kann das Wasser im
Winterbetrieb zur Beschneiung und im Sommerbetrieb ca. 250 m tiefer mittels eines
Kleinwasserkraftwerkes zur elektrischen Energieerzeugung genutzt werden.
Wesentlich für das Projekt ist, dass nach dem Turbinieren in der neuen Zentrale
Pleus das Wasser direkt an das bestehende Wasserkraftnetz weitergeleitet werden
kann, von wo es durch die in Betrieb befindlichen drei Kraftwerksstufen Ämpächli,
Güetli und Elm-Dorf für die weitere Produktion von Strom nutzbar ist.
Lage
Das Projekt Elmer hydro befindet sich östlich von Elm:

Infrastruktur
Um das Wasser aus dem Chüebodensee nutzbar zu machen, sind diverse Bauwerke notwendig. Diese werden nachfolgend erläutert. Eine Übersicht der geplanten Bauwerke gibt die obenstehende Karte.
Wasserfassung und Absperrbauwerk mit Pumpanlage
Das heutige Seevolumen von ca. 67'000 m3 hat keinen ausreichenden Bewirtschaftungsraum.
Dieser wird jedoch benötigt um im Winter die Beschneiung sicherzustellen und um die Energieproduktion steuern zu können. Nur so kann die Produktion für eine Spitzenenergieproduktion gelenkt werden. Hierfür genügt ein ca. 30 m langer und maximal 2 m hoher Damm als Absperrbauwerk, das vorwiegend mit örtlich vorhandenem Material aufgeschüttet werden soll. Dieser Damm hat zum Ziel, die Nutzungsmöglichkeiten des Speicherinhalts des Sees für die Bewirtschaftung zu optimieren.
Die Wasserfassung ist im mittleren Bereich des Sees geplant. Hier soll das Wasser von Pumpen angesaugt werden, die sich im Stützkörper des Absperrbauwerks am östlichen Rand des Chüebodensees befinden.
Die Gestaltung der Oberfläche des Dammes mit einem Blocksatz soll nicht nur die Standsicherheit des Bauwerks gewährleisten, sondern auch optisch für eine möglichst weiche Eingliederung ins Landschaftsbild sorgen.
Reservoir Steinböden
Durch eine unterirdisch verlegte Druckleitung soll das Wasser in ein 60 m höher gelegenes Reservoir Steinböden (Volumen von ca. 300 m3) gepumpt werden. Das Reservoir dient nicht als Speicher, sondern lediglich dem Ausgleich zwischen Pump- und Turbinenbetrieb. Das Bauwerk kommt im Bereich des Kamms zu liegen und wird komplett in den Berg integriert.
Technische Beschneiung
In der Nähe des geplanten Standorts des Reservoirs befindet sich die Bergstation der Sesselbahn „Pleus“.
Für schneearme Winter besteht das Bedürfnis die bestehende Skipiste zwischen
Mitte November und Mitte Januar technisch zu beschneien. Die Druckleitung zur
Zentrale Pleus soll entlang dieser Skipiste führen, um einen optimalen Anschluss
für die Beschneiungsanlagen zu gewährleisten.
Zusammen mit dem Bau des Kleinwasserkraftwerks Pleus ist so der Synergieeffekt
der gemeinsamen Nutzung der Anlagen möglich, um den Energieaufwand
und die Kosten für die Beschneiung zu minimieren.
Zentrale Pleus
Für die Stromproduktion ist eine Zentrale in der Nähe des heute schon bestehenden Reservoirs Pleus geplant. Die Fallhöhe zwischen dem geplanten Reservoir Steinböden und der neuen Zentrale Pleus beträgt ca. 250 m. In der neuen, unterirdisch angelegten Zentrale Pleus wird eine Peltonturbine mit einer Leistung von ca. 130 kW installiert. Das dort turbinierte Wasser fliesst anschliessend zum bestehenden Reservoir Pleus, von wo es in die Betriebe der Kraftwerksstufen Ämpächli, Güetli und Elm-Dorf weitergeleitet wird.
Bestehende Kraftwerksstufen Ämpächli, Güetli und Elm-Dorf
Die bestehenden Kraftwerksstufen Ämpächli, Güetli und Elm-Dorf sind in den
Sommermonaten regelmässig zu 100% ausgelastet. In der Übergangszeit und
den Wintermonaten jedoch sind diese heute nur teilweise ausgelastet.
Durch den Bau des Kleinwasserkraftwerks Pleus kann der Auslastungsgrad dieser
drei Turbinen optimiert und durch die Nutzung des Chüebodensees die Stromproduktion
entscheidend gesteuert werden. So besteht die Möglichkeit Spitzenenergie
produzieren zu können. Das bestehende System hat heute keine Speichermöglichkeit
und Wasser muss zum Zeitpunkt des Anfallens verarbeitet werden.
Hydraulisches Schema
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Ziele
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See mit natürlichem Zulauf als Speicher für Beschneiung und Stromproduktion nutzen |
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Bauliche Infrastruktur für Beschneiung und Stromproduktion kombinieren |
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Beschneiungszeit von 20 auf rund 10 Tage infolge Seerückhalt verkürzen |
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Pumpenergie einsparen bei Beschneiung durch Reduktion der Förderhöhe von rund 600 m auf 60 m |
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Stromproduktion erhöhen durch Ausnutzung der gesamten Fallhöhe im Verbundsystem mit den bestehenden Anlagen |